, Christoph Spälti

Georg Müller Memorial oder Hanami?

Vier Läufe konnten am Sonntag an der Georg Müller Memorial gesegelt werden.

Ich war noch nie in Japan, schon gar nicht zum Hanami (Kirschblütenfest). Darum kann ich auch nicht vergleichen. Was aber am Hallwilersee am letzten Samstag und Sonntag geboten wurde, war Frühling mit Kirschblüten rundherum, angenehme Temperaturen, sanfte Lüftchen. Sogar der Hallwilersee hat sich rot eingefärbt mit seiner Algenblüte. Auch unsere Boote nehmen die Farbenpracht sofort an. Windmässig bot der See was er am besten kann: einen unstetigen, schawchen Wind aus nord-südlicher Richtung mit starkem Westeinfluss. 

Frühling steht ja auch für Neubeginn. So haben 8 Starboote gemeldet, fast die ganze Halse (Hallwilersee Starflotte). Zu spüren ist auch in der Halse die Veränderung. Die ganz alten Boote sind nicht mehr, andere Boote haben neue Eigner, Steuerleute und Crew Zusammenstellung sind im Frühling angekommen. Das Georg Müller Memorial wurde nach langer Pause neu gestartet. Hintergedanke war, dass damit notwendige Starts, welche für den Klassennachweis nötig sind, erfolgen. Bei der Steuermannsbesprechung haben wir erfahren, dass auch Swiss Sailing im Frühling angekommen ist und die Regeln geändert hat: Die Starts nur fürs Reglement braucht es nicht mehr. Umso mehr freue ich mich darüber, dass alle gemeldeten Boote auch am Start waren.

Auch die Wettfahrtleitung hat Frühlingsbeginn: Sie nahm die Gelegenheit wahr, um neue Wettfahrtleiter auszubilden. Neue und bekannte Gesichter halfen einander bei den doch recht schwierigen Verhältnissen, eine Wettfahrt einigermassen fair zu organisieren. Ich glaube, da fand auch ein guter Austausch zwischen alteingesessenen Profis und jungen dynamischen Komitee Mitgliedern statt. 

Wir sind dann auch gesegelt! Am Samstag reichte es leider nur für eine Startübung. Am Sonntag segelten wir vier Läufe. Die Resultate, wie sie in der Schlussrangliste präsentiert sind, dokumentieren eigentlich nur die halbe Wahrheit. Gefühlt war jeder von uns Seglern einmal ganz vorne und ganz hinten. Die Letzten waren nie einfach nur die Letzten. Sie waren immer präsent und hatten einfach beim Zieldurchgang etwas schlechtere Karten. Daraus ergibt sich logischerweise: Die Sieger konnten zu eben diesem magischen Ziel-Zeitpunkt gerade ihre Trümpfe ziehen. Das zeigt sich auch in der Punkteverteilung. Von 8 Booten waren 6 Boote punktgleich mit einem anderen Boot. Damit will ich nicht sagen, dass wir eine Jass Party gemacht haben, wir sind ehrgeizig gesegelt. Herzliche Gratulation den Siegern!

Gewonnen hat auch die Regattaleitung. Sie haben die Wettfahrten bestmöglich, schnellstmöglich und fehlerfrei ausgesteckt und durchgeführt. Ja, der Frühling ist JETZT da!

→ Zu den Ergebnissen

→ Zu den Fotos von Werner Münger

Christoph Spälti, SUI 7363